Manchmal sind es nicht wir selbst, die eine besondere Ecke unserer Heimat entdecken. Manchmal braucht es jemanden, der dort schon unterwegs war, im richtigen Moment stehen geblieben ist – und genau dieses Licht, diese Stimmung und diesen besonderen Fleck mit nach Hause gebracht hat.
Diesmal ist dieser Mensch Sylvia Hartinger.
Und ehrlich gesagt: Dieser Artikel wäre ohne sie nicht derselbe.
Alte Schachtenbäume im herbstlichen Bayerischen Wald. Foto: Sylvia Hartinger
Wer ist Sylvia Hartinger?
Auf Sylvia bin ich ganz schlicht über Instagram gestoßen. Beim Durchscrollen bin ich an ihren Bildern hängen geblieben – weil sie diese besondere Stimmung im Bayerischen Wald so unglaublich schön einfängt.
Knorrige alte Bäume mitten auf offenen Wiesen. Goldenes Herbstlicht. Dunkle Moorflächen. Nebel. Holzstege, die zwischen Latschen verschwinden. Und immer wieder dieses Licht, bei dem man sofort versteht, warum wir eigentlich so gern fuat sind – und trotzdem am liebsten dahoam.
Sylvia fotografiert aus Leidenschaft. Sie ist draußen unterwegs, schaut hin, bleibt stehen und nimmt Bilder mit nach Hause, an denen andere vielleicht einfach vorbeigegangen wären.
Genau deshalb wollte ich ihre Bilder unbedingt bei GERN FUAT zeigen. Also habe ich sie kurzerhand angeschrieben und gefragt.
Zum Glück hat sie Ja gesagt.
Mehr von Sylvia Hartinger auf InstagramGenau dafür soll GERN FUAT künftig noch mehr Platz schaffen
Mit dem neuen Namen verändert sich nicht nur das Logo über unseren Geschichten. Auch der Blick dahinter wird weiter.
GERN FUAT soll nicht nur erzählen, wo wir unterwegs waren. Wir möchten die Tür öffnen für Menschen, die unsere Heimat genauso gern entdecken wie wir.
Für eure Bilder. Eure Lieblingsplätze. Eure Wanderungen und Radtouren. Eure Begegnungen. Eure Geschichten.
Denn diese Region gehört nicht einer Redaktion, einem Instagram-Account oder den Menschen mit den meisten Followern.
Sie lebt davon, dass Menschen ihre Begeisterung miteinander teilen.
Welche Tour ist Sylvia durch die Schachten und Filze gegangen?
Sylvia selbst hat für diese Bilder nicht gerade die kleine Sonntagnachmittagsrunde gewählt.
Gestartet ist sie an der Trinkwassertalsperre Frauenau. Von dort ging es zum Verlorenen Schachten, weiter über Hochschachten und Almschachten, vorbei am Latschensee, durch Moore und Filze zur Hirschbachschwelle und zum Lindberger Schachten, über Buchenau und schließlich wieder zurück zur Talsperre.
Am Ende standen rund 24 Kilometer auf dem Tacho.
Also durchaus eine Tour, bei der eine ordentliche Brotzeit, gute Schuhe und etwas Kondition keine völlig übertriebene Vorbereitung darstellen.
Aber wenn man Sylvias Bilder anschaut, versteht man ziemlich schnell, warum man dort vermutlich deutlich häufiger stehen bleibt, als irgendeine Gehzeitberechnung vorsieht.
Wenn die Sonne durch die alten Schachtenbäume fällt. Foto: Sylvia Hartinger
Weite, Wald und Herbstfarben. Foto: Sylvia Hartinger
Was sind eigentlich Schachten?
Wer das erste Mal auf einem Schachten steht, könnte fast meinen, irgendwo mitten im Wald hätte jemand vergessen, die Wiese wieder wegzuräumen.
Tatsächlich erzählen diese offenen Flächen von einer jahrhundertealten Form der Bewirtschaftung.
Schachten sind ehemalige Waldweiden in den Hochlagen des Bayerischen Waldes. Über viele Generationen wurden hier Tiere aufgetrieben. Zurückgeblieben sind offene Wiesenflächen, teilweise mit mächtigen alten Schachtenbäumen – kleine Inseln mitten im Waldmeer.
Und gerade im Herbst zeigen diese Plätze ziemlich eindrucksvoll, warum sie so besonders sind.
Das Gras wird golden. Die alten Bäume stehen dunkel dagegen. Nebel hängt zwischen den Stämmen. Und wenn dann noch ein bisschen tief stehende Herbstsonne dazukommt, sieht der Woid plötzlich aus, als hätte jemand beim Farbregler ordentlich nachgeholfen.
Und plötzlich wird aus Wald Moor
Das Spannende an dieser Gegend sind aber nicht nur die Schachten. Dazwischen liegen die Filze – Moore, in denen sich die Landschaft innerhalb weniger Schritte plötzlich komplett verändert.
Moorlandschaft mitten im Nationalpark Bayerischer Wald. Foto: Sylvia Hartinger
Wald wird lichter. Der Boden feuchter. Latschen tauchen auf. Und plötzlich liegt zwischen all dem Grün ein dunkles Moorauge.
Einer der bekanntesten Plätze hier ist der Latschensee. Das dunkle Moorauge liegt eingebettet zwischen Bergkiefern und Hochmoorvegetation. Über einen Bohlenweg kommt man direkt an den See heran.
Und genau dieser Wechsel macht diese Landschaft so faszinierend:
Schachten. Wald. Moor. Bohlenwege. Dunkles Wasser.
Die Hirschbachschwelle bei Tageslicht. Foto: Sylvia Hartinger
Der Latschensee bei Sonnenaufgang. Foto: Sylvia Hartinger
Wie magisch kann ein Moorsee bei Sonnenaufgang aussehen?
Offenbar ziemlich magisch.
Denn sobald die Sonne tiefer steht, verändert sich diese Landschaft noch einmal. Das dunkle Wasser spiegelt das Licht, die Latschen werden beinahe zu Silhouetten und plötzlich bekommt ein stiller Moorsee etwas, das man mit dem Handy vermutlich nur noch halb so schön eingefangen hätte.
Zum Glück hatte Sylvia eine richtige Kamera dabei.
Morgenröte am Latschensee. Foto: Sylvia Hartinger
Warum gehören die Holzstege für uns fast genauso zu den Filzen wie das Moor selbst?
Weil sie einen mitten hineinführen, ohne dass wir dabei einfach quer durch einen sensiblen Lebensraum stapfen.
Und weil sie ganz nebenbei ausgesprochen fotogen sind.
Holzsteg zwischen Latschen und Moorvegetation im Abendlicht. Foto: Sylvia Hartinger
Nebel, Sonne und ein Holzsteg mitten durch die Filze. Foto: Sylvia Hartinger
Wann ist die schönste Zeit für diese Landschaft?
Sylvias Bilder liefern darauf eigentlich schon eine ziemlich überzeugende Antwort: Der Herbst kann hier unglaublich schön sein.
Wenn das Gras auf den Schachten golden wird, Nebel zwischen den Bäumen hängt und die tief stehende Sonne durch die Moorlandschaft fällt, bekommt diese Gegend eine ganz eigene Stimmung.
Aber genau das ist vielleicht auch das Schöne an solchen Orten: Sie sehen nie zweimal gleich aus.
Frühling, Hochsommer, Nebel, Regen, erster Frost oder Schnee – jede Jahreszeit erzählt hier ihre eigene Geschichte.
Ihr wollt selbst los? Zwei Touren rund um Schachten und Filze
Und weil schöne Bilder irgendwann unweigerlich dazu führen, dass man die Wanderschuhe aus dem Schrank zieht, haben wir euch zwei Möglichkeiten herausgesucht, wie ihr diese Landschaft selbst entdecken könnt.
Tour 1: Die große Schachten- und Filzenrunde
Wer einen ganzen Wandertag mitbringt und eine gute Kondition hat, kann sich auf der großen Runde richtig in die Schachten- und Moorlandschaft hineinbewegen.
Los geht es in Buchenau. Die Runde führt unter anderem über Lindberger Schachten, Hirschbachschwelle, Zwieseler Filz, Kohlschachten, Latschensee, Hochschachten und Almschachten.
Die Tour ist anspruchsvoll und eignet sich vor allem für Menschen, die einen ganzen Wandertag einplanen möchten.
Einen zusätzlichen kleinen Abstecher legt Sylvia euch besonders ans Herz: den Verlorenen Schachten.
Große Schachten- und Filzenrunde bei Komoot öffnenBike meets Hike: Erst radeln, dann wandern
Und warum eigentlich zwischen Radfahren und Wandern entscheiden?
Bei der zweiten Variante machen wir einfach beides.
Los geht es im Bereich der Trinkwassertalsperre Frauenau. Von dort führt die Radstrecke hinauf Richtung Hochschachten.
Und das ist durchaus schon der sportliche Teil des Tages: Bis zum Hochschachten kommen knapp 400 Höhenmeter zusammen.
Oben heißt es dann:
Radl abstellen. Wanderschuhe übernehmen lassen.
Die Wanderwege direkt zu den Schachten und Hochmooren sind für Fahrräder gesperrt. Unterhalb des Hochschachtens gibt es deshalb einen Fahrradparkplatz, an dem die Räder abgestellt werden können.
Ein Fahrradschloss gehört also unbedingt ins Gepäck.
Von dort geht es zu Fuß weiter. Die passende Komoot-Runde führt über Hochschachten zum Latschensee, durch die Moor- und Filzlandschaft und zum Kohlschachten.
Mit Rückenwind von Zweirad Würdinger
Die knapp 400 Höhenmeter Richtung Hochschachten haben übrigens einen gewissen Vorteil: Spätestens dort merkt man vermutlich ziemlich schnell, ob man mit seinem alten Radl noch eine große Liebesgeschichte vor sich hat – oder ob man dringend einmal miteinander reden sollte.
Genau deshalb passt an dieser Stelle unser Tourensponsor Zweirad Würdinger ziemlich gut ins Bild.
Zweirad Würdinger begleitet unsere Radltouren bei GERN FUAT und ist Ansprechpartner für Fahrräder, E-Bikes, Zubehör, Beratung und Werkstattservice. Das Unternehmen ist mit Standorten in Vilshofen, Passau, Plattling und Eggenfelden in der Region vertreten.
Danke an Zweirad Würdinger, dass ihr unsere Radltouren unterstützt und damit mithelft, dass wir solche Touren für euch recherchieren und aufbereiten können.
Zweirad Würdinger entdeckenIst Bike & Hike auch mit Kindern eine Idee?
Für aktive Familien mit größeren, radlerfahrenen Kindern oder mit einem passenden Radlanhänger kann diese Kombination richtig spannend sein.
Die eigentliche Wanderung oben ist mit knapp sechs Kilometern überschaubar. Trotzdem bekommt ihr mit Hochschachten, Latschensee und Filzen schon ziemlich viel von dieser außergewöhnlichen Landschaft mit.
Die Radanfahrt sollte allerdings nicht unterschätzt werden. Knapp 400 Höhenmeter müssen erst einmal gefahren werden. Mit größeren Kindern, E-Bikes oder entsprechender Kondition kann daraus aber genau das richtige Tagesabenteuer werden.
Wer oben deutlich kompakter unterwegs sein möchte, kann sich am Fahrradparkplatz auch am offiziellen Erlebnisweg „Schachten und Filze“ orientieren.
Damit lässt sich zumindest ein kleiner Eindruck dieser besonderen Landschaft mitnehmen, ohne gleich einen kompletten Wandertag daraus zu machen.
Und was ist mit dem Winter?
Auch im Winter können die Schachten wunderschön sein. Allerdings verändert sich in den Hochlagen einiges.
Naturwege und Bohlenstege können bei Frost und Schnee glatt oder deutlich schwerer begehbar sein. Die Tage sind kürzer und die Bedingungen können sich in den Hochlagen schnell verändern.
Gerade für Familien oder wenig wintererfahrene Wanderer gilt deshalb: Wetter, Schneelage und aktuelle Wegehinweise vorher unbedingt prüfen und die Tour im Zweifel lieber auf einen geeigneteren Tag verschieben.
Und wer hat uns hier eigentlich mitgenommen?
Bevor dieser Artikel endet, möchte ich noch einmal zu der Frau zurückkommen, ohne die es ihn in dieser Form gar nicht gäbe.
Sylvia Hartinger.
Sie ist keine hauptberufliche Reisefotografin und braucht auch keine riesige Community, damit ihre Bilder etwas auslösen.
Sie fotografiert, weil sie gern draußen ist. Weil sie unsere Heimat liebt. Und weil sie offenbar ein ziemlich gutes Gespür dafür hat, wann man noch fünf Minuten länger stehen bleiben sollte, weil das Licht gleich genau richtig fällt.
Genau solche Menschen möchten wir bei GERN FUAT künftig viel öfter zeigen.
Denn Reichweite ist schön.
Begeisterung ist uns aber mindestens genauso wichtig.
Sylvia Hartinger auf Instagram entdeckenWie kann ich mit GERN FUAT zusammenarbeiten?
GERN FUAT soll künftig noch stärker ein Ort sein, an dem unterschiedliche Menschen ihre Geschichten, Bilder, Touren und Ideen zusammenbringen können.
Und dabei macht es einen Unterschied, ob du einfach aus Leidenschaft fotografierst, professionell Content produzierst oder für einen Ort beziehungsweise eine ganze Region sprichst.
Ich bin Hobbyfotograf:in
Du stehst freiwillig früh morgens irgendwo im Nebel, fotografierst unsere Berge, Wälder, Tiere oder Orte und möchtest deine Bilder gern einmal einem größeren Publikum zeigen?
Dann melde dich.
Wenn deine Bilder, deine Tour oder deine Geschichte zu GERN FUAT passen, können wir daraus gemeinsam einen redaktionellen Beitrag machen. Natürlich nennen und verlinken wir dich und deine Kanäle.
Für Hobbyfotografinnen und Hobbyfotografen ist das kostenlos.
Denn nicht jede schöne Geschichte muss eine bezahlte Kooperation sein. Manchmal sollte sie einfach erzählt werden.
Ich bin Creator oder Influencer
Du arbeitest professionell mit Hotels, Gastgebern, Unternehmen, Tourismuspartnern oder regionalen Marken?
Dann können wir eine Kooperation gemeinsam weiterdenken.
Aus einer Social-Media-Produktion kann zusätzlich ein dauerhafter Onlineartikel bei GERN FUAT oder sogar eine Geschichte für unser Printmagazin entstehen.
Dadurch lebt guter Content nicht nur wenige Tage im Feed, sondern bleibt dauerhaft auffindbar, verlinkbar und über Suchmaschinen erreichbar.
Dabei können wir gemeinsam mit deinem Auftraggeber individuelle Pakete aus Online, Print und Social Media entwickeln.
Ich bin Gemeinde, Tourismusregion oder Gastgeber
Ihr möchtet nicht einfach die nächste klassische Anzeige schalten, sondern zeigen, was man bei euch wirklich erleben kann?
Dann kommen wir gern selbst vorbei oder entwickeln Geschichten gemeinsam mit Menschen aus eurer Region.
Daraus können ausführliche Onlineartikel, Reportagen fürs GERN-FUAT-Magazin, Touren, Fotostrecken und Social-Media-Inhalte entstehen.
Besonders spannend wird es, wenn auch Einheimische, Fotografen, Gastgeber oder regionale Creator eingebunden werden. Denn niemand kennt einen Ort besser als die Menschen, die dort wirklich unterwegs sind.
Du hast eine Geschichte für GERN FUAT?
Eine besondere Fotoserie? Einen Lieblingsplatz? Eine Wanderung oder Radtour? Eine Idee für eine Kooperation? Oder eine ganze Region, über die wir unbedingt einmal ausführlicher erzählen sollten?
Dann mach die Tür auf und schreib uns.
Denn GERN FUAT soll kein Schaufenster sein, in dem immer nur wir erzählen.
Es soll ein Miteinander sein.
Menschen entdecken etwas. Menschen halten es fest. Menschen erzählen davon. Und manchmal entsteht daraus gemeinsam etwas, das noch viel mehr Menschen erreicht.
Meine Idee an GERN FUAT schickenTransparenz: Dieser Beitrag entstand auf Grundlage der Tour und der Fotografien von Sylvia Hartinger. Die Verwendung ihrer Bilder erfolgt mit ihrer Zustimmung. Sylvia wird für die redaktionelle Vorstellung bei GERN FUAT nicht belastet.
Der Abschnitt rund ums Radfahren wird von unserem Tourensponsor Zweirad Würdinger unterstützt.
Fotos: Sylvia Hartinger
Text & redaktionelle Aufbereitung: Corinna Danner / GERN FUAT